Kirschbaumblüte am Kaiserstuhl Ausfahrt, Stuttgarter Stammtisch, April 2010
Nach der sehr langen Winterpause war es Zeit! Zeit für eine erste Ausfahrt. Da der Kaiserstuhl das wissen wir noch aus dem Erdkundeunterricht die wärmste Gegend Deutschlands ist, war das Ziel dann durchaus nahe liegend nach dem langen Winter und für uns Stuttgarter. Mitte April reisen Touristenströme auf den Kaiserstuhl, um dort das Blühen der unendlich vielen Obstbäume zu sehen. Wir auch.
Es kamen dann zum Treffpunkt 12 Fahrzeuge, unterwegs wurden noch drei weitere aufgegabelt. (Keine Oldtimerausfahrt ohne Handy.) Bereitwillig fuhren mir alle hinterher, trotz einiger Umwege (ich werde mich nie wieder auf irgendwelche Navigationsgeräte verlassen sondern die gute alte Landkarte bevorzugen, die uns dann auch ans Ziel brachte) von Stuttgart über den Nordschwarzwald, über kurvenreiche schöne Straßen durch Wald und Wiesen, in die Rheinebene und von dort auf den Kaiserstuhl. Blütenpracht ohne Ende, kleine Landsträßchen, Dörfer herausgeputzt für uns Touristen, durch Kurorte, die Tempo 30 vorschrieben (meist sind wir im Konvoi eh nicht viel schneller gefahren), Schafe, die am steilen Hängen grasten so genannte Hanghängeli und haben Platz gemacht für die vielen frühlingsgestürmten aber suizidär angehauchten Motorradfahrer, denen wir immer zu langsam waren oder ihnen im Gegenverkehr das Reinlegen in die Kurven verhinderten. Es waren einige andere Oldtimerfahrer unterwegs, anscheinend war die Idee zum Kaiserstuhl zu fahren, nicht ganz neu.
Mit etwas Verspätung kamen wir zu unserem Gasthof, saßen dann ganz gemütlich auf der Sonnenterasse (alternativ gab es noch den Wein/Gewölbekeller mit Heizung, gut mitgedacht vom Wirt, denn als ich das buchte, lag bei uns noch Schnee). Es gab badische Spezialitäten, frischen Spargel und ausreichend Getränke.
Zum noch auf der Tagesordnung stehenden Fototermin sind nicht mehr alle mitgekommen, es war ja auch schon Spätnachmittag. Das war eventuell auch gut so. Wir haben eine schöne Stelle gesucht für „Auto vor Natur“. Diese haben wir auch gefunden, es war ein Feldweg über eine kleine Brücke auf eine Wiese. Das erste Fotomodell war Nunos lindgrünes 123 Coupé. Kurve fahren, lächeln (Auto und Insassen), knipsen, über Brücke wieder auf die Straße fahren. Das zweite Modell war Jens’ goldenes /8 Coupé, Kurve fahren, lächeln (wieder Auto und Insassen), auf Brücke fahren, zum Fotograf lächeln und falsch einschlagen, hängen bleiben, abrutschen ganz sicher nicht weiter fahren, aussteigen. Kurzzeitig war es etwas hektisch. Dann haben sich die Jungs gesammelt und versucht, das Fahrzeug wieder auf die Straße zu heben (eins, zwei, zugleich). Anfänglich wurden damit eigentlich nur die Stoßdämpfer auf ihre Tauglichkeit geprüft, das Auto hat sich aber keinen Zentimeter Richtung Straße bewegt, und das trotz günstiger Gewichtsverteilung mit Martin auf dem Heck des Fahrzeugs…, und wir dachten, nach der Schrottplatzerfahrung auf der RETRO CLASSICS, könnten wir Autos bewegen, muss ja nicht immer gleich stapeln sein.
Da musste Stärkeres her. Also wurde Martins 140er mit Abschleppseil an den /8 angehängt zum Stabilisieren. Erstmal. Alle Männer am /8, ich habe mich dann in Martins Panzer gesetzt, konnte zunächst weder über die Motorhaube schauen, noch die Pedale erreichen, aber mit der elektrischen Sitzverstellung (Lenkrad runter, Sitz nach oben, vorwärts, Rücklehnenvorschub bis zum Knieabbruch) ging es dann schon, beim herandriften an den Straßengraben war auch sein Rechtslenker von Vorteil. Auf Kommando (ein, zwei, zugleich) rückwärts fahren, bis die Männer mit Zug des 140ers den /8 wieder auf seine vier Pneus gestellt hatten. Jens sagte dann zu seiner Freundin, dass sie jetzt wüsste, warum sie mit ihm zusammen sei: Immer ist was los. In der Tat. Da weder Personen- noch Fahrzeugschaden (nach der ersten in Schrauberposition durchgeführten in-Augenscheinnahme) entstanden war, freuen wir uns, dass wir den /8 aus seiner misslichen aber für alle Vorbeifahrenden publikumswirksamen Lage befreien konnten.
Danach wollte keiner mehr seinen Wagen als Fotomodell hergeben. Warum eigentlich außer Martins Panzer hätten wir alle wieder flott gemacht!
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